Walden oder Leben in den Wäldern auf Englisch
Ein Mann zieht für zwei Jahre in eine selbstgebaute Hütte im Wald, um auszuprobieren, wie wenig man zum Leben braucht, wenn man alles Überflüssige weglässt.
Das Buch hat keine fortlaufende Handlung, sondern besteht aus achtzehn zusammenhängenden Essays, die Thoreaus zwei Jahre am Teich zu einem einzigen symbolischen Jahreslauf vom Sommer bis zum nächsten Frühling verdichten. Es beginnt mit dem langen Kapitel «Economy», in dem er auf den Cent genau seine Baukosten und Ausgaben auflistet und mit dem Lebensstil seiner Nachbarn abrechnet. Danach wechseln sich genaue Naturbeobachtungen am Wasser, im Wald und unter dem Eis mit Kapiteln über das Lesen, die Einsamkeit und gelegentliche Besucher ab. Gegen Ende rückt die Natur im Wechsel der Jahreszeiten ganz in den Vordergrund, bevor das letzte Kapitel die Schlüsse aus dem Experiment zieht. Die Sprache ist dicht und wechselt ständig zwischen nüchterner Buchhaltung, Naturbeschreibung und langen, philosophischen Gedankengängen voller klassischer Anspielungen.
Gefällt dir, wenn
- du ruhige Naturbeobachtungen und philosophische Gedanken einer klassischen Handlung vorziehst
- dich Themen wie bewusster Verzicht, Selbstversorgung und Kritik am Konsum interessieren
- du dein Englisch an komplexer, essayistischer Prosa des 19. Jahrhunderts schulen willst
- du ein Buch suchst, das man kapitelweise und langsam lesen kann
Eher nichts für dich, wenn
- du eine durchgehende Geschichte mit Spannungsbogen und Figurenzeichnung erwartest
- das sehr lange erste Kapitel voller Preislisten, Rechnungen und Gesellschaftskritik Geduld verlangt
- dir ein oft belehrender Ton auf die Nerven geht
- kaum Dialoge vorkommen und fast alles in langen, verschachtelten Absätzen erzählt wird
Was für ein Buch „Walden oder Leben in den Wäldern“ ist
Versionen von „Walden oder Leben in den Wäldern“ auf Englisch: C2
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Wortschatz nach Niveau
- A1 60%
- A2 16%
- B1 9%
- B2 6%
- nicht im Wörterbuch 4%
Leseprobe aus „Walden oder Leben in den Wäldern“ auf Englisch
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When I wrote the following pages, or rather the bulk of them, I lived alone, in the woods, a mile from any neighbor, in a house which I had built myself, on the shore of Walden Pond, in Concord, Massachusetts, and earned my living by the labor of my hands only. I lived there two years and two months. At present I am a sojourner in civilized life again.
I should not obtrude my affairs so much on the notice of my readers if very particular inquiries had not been made by my townsmen concerning my mode of life, which some would call impertinent, though they do not appear to me at all impertinent, but, considering the circumstances, very natural and pertinent. Some have asked what I got to eat; if I did not feel lonesome; if I was not afraid; and the like. Others have been curious to learn what portion of my income I devoted to charitable purposes; and some, who have large families, how many poor children I maintained. I will therefore ask those of my readers who feel no particular interest in me to pardon me if I undertake to answer some of these questions in this book. In most books, the I, or first person, is omitted; in this it will be retained; that, in respect to egotism, is the main difference. We commonly do not remember that it is, after all, always the first person that is speaking. I should not talk so much about myself if there were anybody else whom I knew as well. Unfortunately, I am confined to this theme by the narrowness of my experience. Moreover, I, on my side, require of every writer, first or last, a simple and sincere account of his own life, and not merely what he has heard of other men’s lives; some such account as he would send to his kindred from a distant land; for if he has lived sincerely, it must have been in a distant land to me. Perhaps these pages are more particularly addressed to poor students.
Die Originalsprache von „Walden oder Leben in den Wäldern“ und was sie dir bringt
Wie schwer die Sprache ist C2
Wir stufen das Original auf C2 ein – eine Adaption gibt es hier noch nicht, du liest also Thoreaus unveränderten Text von 1854. Zwar gehören 76 % der Wörter im Text zum Grundwortschatz (60 % A1 und 16 % A2), aber bei über 106.000 Wörtern kommen stolze 10.280 verschiedene Wortformen zusammen. Rund 7 % des Wortschatzes liegen jenseits der 5.000 häufigsten englischen Wörter, und weitere 4 % stehen in keinem normalen Wörterbuch, weil es sich um veraltete Ausdrücke, botanische Fachbegriffe oder Thoreaus eigene Wortschöpfungen handelt. Die eigentliche Hürde ist aber der Satzbau: Im Schnitt hat ein Satz 27,5 Wörter, und Thoreau reiht oft mehrere Nebensätze, Einschübe und Vergleiche aneinander, bis ein einziger Gedanke über einen halben Absatz läuft.
Was das praktisch heißt: Sehr anspruchsvolle Lektüre im Original, die sich vor allem lohnt, wenn du bereits sicher auf C1/C2-Niveau liest und dichtes, akademisches Englisch trainieren willst.
Worauf du dich einstellen solltest
Wie du es liest und nicht aufhörst
- Lass dich von den langen Sätzen nicht dazu verleiten, wie im Deutschen auf das Verb am Ende zu warten: Suche zuerst Subjekt und Hauptverb, damit du bei den vielen Einschüben den Faden nicht verlierst.
- Achte auf klassische «False Friends» in einem philosophischen Text: «sensible» heißt hier vernünftig oder spürbar (nicht sensibel), «eventually» bedeutet schließlich (nicht eventuell), und «actual» meint wirklich oder tatsächlich (nicht aktuell).
- Schlag nicht jedes unbekannte Tier, Kraut oder Werkzeug sofort nach: Viele der seltenen Wörter tauchen in Aufzählungen auf, bei denen die genaue Art für den Gedanken dahinter nicht entscheidend ist.
Inhalt von „Walden oder Leben in den Wäldern“ · 18 Kapitel
- EconomySeite 1
- Economy · Teil 2Seite 14
- Economy · Teil 3Seite 28
- Economy · Teil 4Seite 42
- Economy · Teil 5Seite 57
- Economy · Teil 6Seite 71
Alle 18 KapitelWeniger anzeigen
- Economy · Teil 7Seite 85
- Where I Lived, and What I Lived ForSeite 93
- Where I Lived, and What I Lived For (Fortsetzung)Seite 106
- ReadingSeite 115
- SoundsSeite 129
- Sounds (Fortsetzung)Seite 143
- SolitudeSeite 150
- VisitorsSeite 162
- Visitors (Fortsetzung)Seite 177
- The Bean-FieldSeite 180
- The VillageSeite 193
- The PondsSeite 201
- The Ponds · Teil 2Seite 214
- The Ponds · Teil 3Seite 229
- Baker FarmSeite 234
- Higher LawsSeite 244
- Higher Laws (Fortsetzung)Seite 258
- Brute NeighborsSeite 259
- Brute Neighbors (Fortsetzung)Seite 273
- House-WarmingSeite 276
- House-Warming (Fortsetzung)Seite 289
- Former Inhabitants and Winter VisitorsSeite 297
- Former Inhabitants and Winter Visitors (Fortsetzung)Seite 311
- Winter AnimalsSeite 314
- The Pond in WinterSeite 328
- The Pond in Winter (Fortsetzung)Seite 341
- SpringSeite 346
- Spring (Fortsetzung)Seite 360
- ConclusionSeite 371
- Conclusion (Fortsetzung)Seite 384
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Die Geschichte hinter „Walden oder Leben in den Wäldern“
Thoreau zieht an den Walden Pond
Am 4. Juli 1845 zog Thoreau in eine kleine Hütte, die er am Walden Pond in der Nähe von Concord, Massachusetts, auf einem Grundstück gebaut hatte, das seinem Freund Ralph Waldo Emerson gehörte.
Walden, chapter 'Where I Lived, and What I Lived For'
Er verlässt die Hütte
Nach zwei Jahren und zwei Monaten verließ Thoreau im September 1847 den See und arbeitete anschließend an dem Buch.
Veröffentlicht bei Ticknor and Fields
Das Buch erschien 1854 in Boston und verdichtete die zwei Jahre auf den Kreislauf eines einzigen Jahres, vom Sommer bis zum Frühling.
Walden Woods Project
Das Walden Woods Project wurde gegründet, um das Land rund um den See vor der Bebauung zu schützen – ein Zeichen dafür, wie das Buch einen Ort in ein Denkmal verwandelt hat.
Walden Woods Project
Jahre der Überarbeitung
Thoreau überarbeitete den Text in den sieben Jahren zwischen dem Aufenthalt und der Veröffentlichung in mehreren Fassungen, weshalb das Buch so sorgfältig komponiert wirkt.
In der Kultur „Walden oder Leben in den Wäldern“
8 Adaptionen und Erwähnungen, 1948–2017
Kunst Futurum Zwei (Walden Two)
B. F. Skinners Roman über eine durchgeplante Gemeinschaft entlehnt den Namen, vertritt jedoch beinahe das genaue Gegenteil von Thoreau.
Film Der Club der toten Dichter
Der Film zitiert die Stelle aus Walden über den Wunsch, „bewusst zu leben“ und „alles Mark des Lebens auszusaugen“.
Spiel Walden, a game
Ein Computerspiel aus der Ich-Perspektive von der University of Southern California, in dem der Spieler die zwei Jahre am See durchlebt und Körper wie Geist in Gang halten muss.
In der Sprache „Die Masse der Menschen führt ein Leben in stiller Verzweiflung“
Einer der meistzitierten Sätze der amerikanischen Literatur, gebraucht für Menschen, die in Berufen und Gewohnheiten feststecken, die sie sich nie ausgesucht haben.
In der Sprache Ein anderer Trommler
Das Bild aus dem Schlusskapitel von dem Mann, der „einen anderen Trommler hört“, schenkte dem Englischen die Redewendung, im Takt der eigenen Musik Schritt zu halten.
In der Sprache „Vereinfache, vereinfache“
Thoreaus Rat, das Leben auf das Wesentliche zu beschränken, ist heute das Motto von Bewegungen für freiwillige Einfachheit und Minimalismus.
In der Sprache Walden als Wort für den Rückzug
Ein „Walden“ zu haben bedeutet, sich an einen stillen Ort zurückzuziehen und nach eigenen Vorstellungen zu leben, und sei es nur für eine gewisse Zeit.
Musik Ives’ Concord-Sonate
Charles Ives widmete einen Satz seiner 2. Klaviersonate (Concord, Mass., 1840–1860) Thoreau.
Fragen und Antworten zu „Walden oder Leben in den Wäldern“ auf Englisch
Hat Thoreau am Walden-Teich wirklich komplett isoliert in der Wildnis gelebt?
Nein, er war weder völlig von der Welt abgeschnitten noch tief in der unberührten Wildnis. Seine Hütte stand auf dem Grundstück seines Freundes Ralph Waldo Emerson, nur etwa zwei Kilometer von seiner Heimatstadt Concord entfernt. Er ging regelmäßig ins Dorf, empfing Besuch am Teich und hörte von seiner Hütte aus täglich die Eisenbahn vorbeifahren.
Warum zieht Thoreau am Ende wieder aus der Hütte aus?
Er verlässt den Teich nach gut zwei Jahren, weil er das Gefühl hat, dort gelernt zu haben, was es für ihn zu lernen gab, und weil er noch andere Lebensentwürfe ausprobieren möchte. Für ihn war der Aufenthalt nie als endgültiger Ausstieg gedacht, sondern als Experiment auf Zeit. Im letzten Kapitel erklärt er, warum Routine auch im Wald schnell zur Gewohnheit wird, ohne dass damit eine dramatische Wendung verbunden wäre.
Ist Walden ein Roman oder hat das Buch eine richtige Handlung?
Es ist kein Roman, sondern eine Mischung aus Memoiren, Naturbeobachtung und philosophischem Essay. Es gibt keinen durchgehenden Plot und keine Spannungskurve im klassischen Sinn. Stattdessen ordnet Thoreau seine Erlebnisse und Gedanken nach Themen wie Hausbau, Lektüre, Einsamkeit, den Nachbarn im Wald und dem Wechsel der Jahreszeiten.
Welches Kapitel finden die meisten Leser am anstrengendsten?
Die meisten brechen gleich im ersten Kapitel namens «Economy» ab, das allein fast ein Fünftel des gesamten Buches ausmacht. Dort rechnet Thoreau seitenlang seine Ausgaben für Bretter, Nägel und Mehl vor und kritisiert ausführlich die Arbeitswelt seiner Mitbürger. Wer diesen sehr theoretischen Teil übersteht, kommt im zweiten Kapitel direkt am Teich an, wo die bildhaften Naturbeschreibungen beginnen.
Kann man bei Walden auch einzelne Kapitel überspringen oder einzeln lesen?
Ja, das funktioniert problemlos, weil die achtzehn Kapitel wie eigenständige Essays aufgebaut sind. Wenn dir das lange erste Kapitel zu trocken ist, kannst du direkt mit dem zweiten Kapitel («Where I Lived, and What I Lived For») einsteigen und «Economy» später nachholen. Zusammengehalten wird das Ganze nur durch den Ablauf der vier Jahreszeiten vom Sommer bis zum Frühling.
Stimmt es, dass das berühmte Zitat aus «Der Club der toten Dichter» aus Walden stammt?
Ja, die bekannte Stelle über den Entschluss, in den Wald zu gehen, um «bewusst zu leben» und «das Mark des Lebens in sich aufzusaugen», steht tatsächlich im Buch. Du findest sie ziemlich weit vorn im zweiten Kapitel, wo Thoreau den Zweck seines Experiments zusammenfasst. Im Original ist der Satz allerdings noch ein Stück länger und Teil einer größeren Überlegung über Oberflächlichkeit im Alltag.
Warum liest Chris McCandless in Into the Wild dieses Buch?
McCandless sah in Thoreau ein direktes Vorbild für seinen eigenen Rückzug aus der Konsumgesellschaft und nahm das Buch mit nach Alaska. Allerdings unterscheiden sich die beiden Ansätze stark: Während McCandless das extreme Risiko in der echten Wildnis suchte, ging es Thoreau um ein überschaubares, fast nachbarschaftliches Experiment in Selbstgenügsamkeit. Wer das Buch wegen «Into the Wild» liest, merkt schnell, dass Thoreau kein Überlebenskämpfer, sondern ein denkender Gärtner und Spaziergänger war.
Muss man Ralph Waldo Emerson kennen, um Walden zu verstehen?
Nein, du kannst das Buch ohne jedes Vorwissen über Emerson oder den amerikanischen Transzendentalismus lesen. Emerson war zwar Thoreaus Mentor und stellte ihm das Waldstück am Teich zur Verfügung, wird im Text selbst aber gar nicht direkt erwähnt. Thoreau entwickelt seine Gedanken immer aus ganz konkreten Dingen wie dem Bohnenanbau, dem Hausbau oder dem Zufrieren des Sees.
Für wen eignet sich Walden überhaupt nicht?
Wer beim Lesen vor allem durch eine spannende Geschichte, Dialoge oder zwischenmenschliche Konflikte bei der Stange gehalten werden will, wird sich hier schnell langweilen. Thoreau spricht über hunderte Seiten fast nur mit dem Leser selbst und verweilt oft seitenlang bei der Farbe des Teichwassers oder der Dicke des Eises. Wenn du mit ruhiger Naturbeschreibung und Gesellschaftskritik nichts anfangen kannst, ist das Buch die falsche Wahl.
Steckbrief zu „Walden oder Leben in den Wäldern“
17 Angaben zu Ausgabedaten und gemessenen Textmerkmalen. Alles nachprüfbar.
- Originaltitel
- Walden · „Walden oder Leben in den Wäldern“
- Autor
- Henry David Thoreau
- Ersterscheinung
- 1854
- Originalsprache
- Englisch
- Genre
- Philosophie · Memoiren · Essays
- Stimmung
- Sanft
- Themen
- Natur · Freiheit · Gesellschaft
- Schauplatz
- Am Walden-Teich bei Concord, Massachusetts · Mitte des 19. Jahrhunderts (1845–1847)
- Verschiedene Wörter
- 10.280
- Wörter pro Satz
- 28 Wörter
- Niveau des Originals
- C2
- Versionen
- C2
- Umfang des Originals
- 36 Kap. · 106.432 Wörter
- Lesezeit
- ~9 Std. 50 Min.
- Textquelle
- Standard Ebooks
- Herunterladen
- EPUB
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