Don Quijote auf Englisch
Ein älterer Landedelmann liest sich um den Verstand, hält sich für einen Ritter aus alter Zeit und zieht mit einem Bauern als Knappen durch Spanien, um Abenteuer zu bestehen, die nur in seinem Kopf stattfinden.
Das Buch teilt sich in zwei große Teile, die im Abstand von zehn Jahren erschienen sind. Der erste Teil reiht Episoden auf der Landstraße aneinander und schiebt immer wieder eigenständige Novellen und Liebesgeschichten von Nebenfiguren ein. Im zweiten Teil haben die Menschen, denen Don Quijote und Sancho begegnen, den ersten Teil bereits gelesen und treiben oft ein abgekartetes Spiel mit den beiden. Du liest hier eine spätviktorianische englische Übersetzung aus dem Jahr 1885 mit sehr langen Sätzen von durchschnittlich fast vierzig Wörtern. Ein gehobener Erzählton samt altertümlichem „thou“ und „thee“ in den Ritterreden wechselt sich ab mit bodenständigen, witzigen Dialogen und eingestreuten Gedichten.
Gefällt dir, wenn
- du trockenen Humor und Wortgefechte zwischen zwei völlig gegensätzlichen Reisepartnern magst
- dich Geschichten reizen, in denen Figuren über das Geschichtenerzählen selbst nachdenken
- du gerne ein breites Panorama aus Wirtshäusern, Landstraßen und schrägen Randfiguren durchstreifst
- du Lust auf eine der großen Vorlagen für fast jedes spätere ungleiche Duo der Literatur hast
Eher nichts für dich, wenn
- dich eingeschobene Nebengeschichten im ersten Teil stören, in denen die Hauptfiguren kapitelweise nur zuhören
- du körperlichen Slapstick und derbe Prügelszenen auf Kosten der Hauptfiguren schnell ermüdend findest
- du einen straffen roten Faden suchst statt einer losen Kette von Begegnungen auf der Straße
- dir Sätze mit fast vierzig Wörtern im Schnitt und viktorianisches Englisch zu schwerfällig sind
Was für ein Buch „Don Quijote“ ist
Versionen von „Don Quijote“ auf Englisch: C2
Dasselbe Buch, angepasst an ein Niveau, auf dem du flüssig durchlesen kannst
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Wortschatz nach Niveau
- A1 61%
- A2 16%
- B1 8%
- B2 7%
- nicht im Wörterbuch 3%
Über diese Ausgabe Original · C2
This edition is level C2 for very strong readers. You can read long and hard texts with ease. You get the complete original text of Don Quixote. It was written by Miguel de Cervantes Saavedra. It was first published in 1605. It uses the John Ormsby translation. The average sentence is about 42 words long. Reading takes about forty two hours.
About the level
This original text is C2 on the NewGen Books scale (version 1.2), measured from the text itself. On the Flesch–Kincaid formula's US school scale it reads at college level. In the CEFR's words, a C2 reader “can read virtually all forms of the written language including classical or colloquial literary and non-literary writings in different genres, appreciating subtle distinctions of style and implicit as well as explicit meaning.”
Leseprobe aus „Don Quijote“ auf Englisch
Eine Textstelle – so, wie jede Version sie schreibt.
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Mit den Pfeiltasten wechselst du zwischen Wörtern, Enter zeigt die Übersetzung.Original · C2162 Wörter
At this point they came in sight of thirty or forty windmills that there are on plain,115 and as soon as Don Quixote saw them he said to his squire, “Fortune is arranging matters for us better than we could have shaped our desires ourselves, for look there, friend Sancho Panza, where thirty or more monstrous giants present themselves, all of whom I mean to engage in battle and slay, and with whose spoils we shall begin to make our fortunes; for this is righteous warfare, and it is God’s good service to sweep so evil a breed from off the face of the earth.”
“What giants?” said Sancho Panza.
“Those thou seest there,” answered his master, “with the long arms, and some have them nearly two leagues long.”
“Look, your worship,” said Sancho; “what we see there are not giants but windmills, and what seem to be their arms are the sails that turned by the wind make the millstone go.”
Die Originalsprache von „Don Quijote“ und was sie dir bringt
Wie schwer die Sprache ist C2
Im Original dieser Übersetzung liegt das Buch auf Niveau C2 und umfasst rund 450.000 Wörter mit 15.887 verschiedenen Wortformen. Obwohl 77 % des Wortschatzes in den Grundstufen A1 und A2 liegen und nur 5 % über die 5.000 häufigsten Wörter hinausgehen, machen die extrem langen Sätze von durchschnittlich 39,1 Wörtern das Lesen im ungekürzten Text anspruchsvoll. Hinzu kommen 3 % Wörter außerhalb gängiger Wörterbücher, darunter Eigennamen und veraltete Ausdrücke.
Was das praktisch heißt: Grundwortschatz im Kern, aber durch den enormen Umfang, 39-Wort-Sätze und den viktorianischen Ritterton im Original eine echte C2-Langstrecke.
Worauf du dich einstellen solltest
Wie du es liest und nicht aufhörst
- Lass dich bei den 39-Wort-Sätzen nicht von der deutschen Gewohnheit leiten, am Satzende nach dem Verb zu suchen: Halte dich im Englischen zuerst an Subjekt und Verb jedes Teilsatzes, um den Faden nicht zu verlieren.
- Achte auf klassische „False Friends“ im gehobenen Ton: Wenn im Buch jemand „sensible“ genannt wird, heißt das vernünftig, nicht sensibel, und „eventually“ bedeutet schließlich, nicht eventuell.
- Im Deutschen stehen Verben im Hauptsatz an zweiter Stelle, doch in den feierlichen Reden und Gedichten dieser Übersetzung wird die englische Subjekt-Verb-Objekt-Ordnung oft für den Effekt umgedreht – lies solche Stellen laut, um Subjekt und Verb zuzuordnen.
- Beobachte den Unterschied zwischen Simple Past und Present Perfect in den Dialogen: Wo du auf Deutsch im Gespräch fast immer das Perfekt nutzt, markiert das Englische hier genau, ob ein vergangenes Missgeschick noch direkt in die Gegenwart hineinwirkt.
Illustrations for „Don Quijote“
5 scenes from „Don Quijote“, in story order and without the ending.






Inhalt von „Don Quijote“ · 132 Kapitel
- Translator’s PrefaceSeite 1
- Translator’s Preface · Teil 2Seite 8
- Translator’s Preface · Teil 3Seite 19
- Translator’s Preface · Teil 4Seite 29
- Translator’s Preface · Teil 5Seite 40
- Translator’s Preface · Teil 6Seite 51
Alle 132 KapitelWeniger anzeigen
- DedicationSeite 60
- PrefaceSeite 60
- Some Commendatory VersesSeite 72
- ISeite 80
- IISeite 90
- IIISeite 101
- IVSeite 111
- VSeite 122
- VISeite 128
- VI (Fortsetzung)Seite 143
- VIISeite 145
- VIIISeite 154
- IXSeite 166
- XSeite 175
- XISeite 183
- XIISeite 192
- XIIISeite 202
- XIII (Fortsetzung)Seite 209
- XIVSeite 216
- XVSeite 229
- XVISeite 241
- XVIISeite 252
- XVIIISeite 265
- XVIII (Fortsetzung)Seite 273
- XIXSeite 281
- XXSeite 293
- XX (Fortsetzung)Seite 303
- XXISeite 313
- XXI (Fortsetzung)Seite 324
- XXIISeite 332
- XXII (Fortsetzung)Seite 340
- XXIIISeite 348
- XXIII (Fortsetzung)Seite 359
- XXIVSeite 368
- XXIV (Fortsetzung)Seite 377
- XXVSeite 382
- XXV (Fortsetzung)Seite 395
- XXVISeite 408
- XXVIISeite 421
- XXVII (Fortsetzung)Seite 434
- XXVIIISeite 446
- XXVIII (Fortsetzung)Seite 459
- XXIXSeite 469
- XXIX (Fortsetzung)Seite 478
- XXXSeite 487
- XXX (Fortsetzung)Seite 495
- XXXISeite 503
- XXXI (Fortsetzung)Seite 511
- XXXIISeite 517
- XXXIIISeite 528
- XXXIII · Teil 2Seite 539
- XXXIII · Teil 3Seite 550
- XXXIVSeite 557
- XXXIV · Teil 2Seite 570
- XXXIV · Teil 3Seite 581
- XXXVSeite 586
- XXXV (Fortsetzung)Seite 593
- XXXVISeite 599
- XXXVI (Fortsetzung)Seite 607
- XXXVIISeite 613
- XXXVII (Fortsetzung)Seite 622
- XXXVIIISeite 629
- XXXIXSeite 635
- XLSeite 648
- XL (Fortsetzung)Seite 659
- XLISeite 667
- XLI · Teil 2Seite 679
- XLI · Teil 3Seite 689
- XLIISeite 698
- XLIIISeite 709
- XLIII (Fortsetzung)Seite 716
- XLIVSeite 724
- XLIV (Fortsetzung)Seite 731
- XLVSeite 737
- XLVISeite 749
- XLVIISeite 761
- XLVII (Fortsetzung)Seite 768
- XLVIIISeite 776
- XLIXSeite 789
- LSeite 801
- LISeite 811
- LIISeite 819
- LII (Fortsetzung)Seite 827
- DedicationSeite 836
- PrefaceSeite 837
- ISeite 843
- I (Fortsetzung)Seite 852
- IISeite 860
- IIISeite 867
- IVSeite 880
- VSeite 889
- VISeite 899
- VIISeite 907
- VIIISeite 918
- IXSeite 929
- XSeite 935
- XISeite 949
- XIISeite 958
- XIIISeite 968
- XIVSeite 978
- XIV (Fortsetzung)Seite 987
- XVSeite 995
- XVISeite 998
- XVI (Fortsetzung)Seite 1006
- XVIISeite 1013
- XVII (Fortsetzung)Seite 1021
- XVIIISeite 1030
- XIXSeite 1043
- XXSeite 1054
- XXISeite 1067
- XXIISeite 1076
- XXIIISeite 1088
- XXIII (Fortsetzung)Seite 1098
- XXIVSeite 1106
- XXVSeite 1115
- XXV (Fortsetzung)Seite 1123
- XXVISeite 1130
- XXVIISeite 1142
- XXVIIISeite 1153
- XXIXSeite 1161
- XXXSeite 1171
- XXXISeite 1178
- XXXIISeite 1190
- XXXII (Fortsetzung)Seite 1201
- XXXIIISeite 1211
- XXXIVSeite 1223
- XXXVSeite 1235
- XXXVISeite 1245
- XXXVIISeite 1253
- XXXVIIISeite 1256
- XXXIXSeite 1266
- XLSeite 1270
- XLISeite 1278
- XLI (Fortsetzung)Seite 1286
- XLIISeite 1293
- XLIIISeite 1301
- XLIVSeite 1310
- XLIV (Fortsetzung)Seite 1317
- XLVSeite 1324
- XLVISeite 1335
- XLVIISeite 1341
- XLVIIISeite 1354
- XLIXSeite 1366
- XLIX (Fortsetzung)Seite 1375
- LSeite 1383
- L (Fortsetzung)Seite 1389
- LISeite 1396
- LIISeite 1408
- LIIISeite 1419
- LIVSeite 1427
- LVSeite 1441
- LVISeite 1452
- LVIISeite 1459
- LVIIISeite 1464
- LVIII (Fortsetzung)Seite 1473
- LIXSeite 1481
- LXSeite 1493
- LX (Fortsetzung)Seite 1503
- LXISeite 1512
- LXIISeite 1516
- LXII (Fortsetzung)Seite 1525
- LXIIISeite 1535
- LXIII (Fortsetzung)Seite 1542
- LXIVSeite 1549
- LXVSeite 1555
- LXVISeite 1563
- LXVIISeite 1571
- LXVIIISeite 1578
- LXIXSeite 1585
- LXXSeite 1593
- LXXISeite 1603
- LXXIISeite 1612
- LXXIIISeite 1619
- LXXIVSeite 1626
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Die Geschichte hinter „Don Quijote“
Veröffentlichung des Ersten Teils in Madrid
Gedruckt von Juan de la Cuesta und verkauft von Francisco de Robles, wurde der erste Teil in ganz Spanien sofort zu einem Publikumserfolg, obwohl frühe Raubdrucke dazu führten, dass Cervantes nur geringe finanzielle Erträge erzielte.
Tasa and Royal Privilege in the first edition (Madrid, Juan de la Cuesta)
Erste Übersetzung in eine andere Sprache
Thomas Shelton veröffentlichte in London die erste englische Übersetzung des Ersten Teils, womit Englisch die erste Fremdsprache wurde, in der Don Quijote erschien.
The History of the Valorous and Wittie Knight-Errant, Don-Quixote of the Mancha (London, William Stansby for Ed. Blount and W. Barret, 1612)
Die unautorisierte Fortsetzung von Avellaneda
Ein anonymer Schriftsteller veröffentlichte unter dem Pseudonym Alonso Fernández de Avellaneda in Tarragona einen unautorisierten zweiten Teil, der Cervantes persönlich verspottete.
Segundo tomo del ingenioso hidalgo don Quixote de la Mancha (Tarragona, 1614)
Cervantes veröffentlicht den authentischen Zweiten Teil
Angestachelt durch die konkurrierende Fortsetzung vollendete und veröffentlichte Cervantes seinen eigenen Zweiten Teil, in dem Don Quijote und Sancho Panza Lesern des Ersten Teils begegnen und die falsche Fortsetzung anprangern.
Segunda parte del ingenioso cavallero don Quixote de la Mancha (Madrid, Juan de la Cuesta, 1615)
Kanonisierung durch die Real Academia Española
Die Königliche Spanische Akademie gab eine monumentale, von Joaquín Ibarra gedruckte vierbändige illustrierte Ausgabe heraus und erhob das, was einst bloß als komische Unterhaltung galt, zum höchsten literarischen Denkmal Spaniens.
El ingenioso hidalgo don Quixote de la Mancha, nueva edición corregida por la Real Academia Española (Madrid, Joaquín Ibarra, 1780)
In der Kultur „Don Quijote“
11 Adaptionen und Erwähnungen, 1605–1992
In der Sprache „Gegen Windmühlen kämpfen“
Aus dem Ersten Teil, Kapitel 8, in dem der Ritter dreißig oder vierzig Windmühlen angreift, die er für ungeheure Riesen hält; die Redewendung ging in Dutzende Sprachen ein und bedeutet, imaginäre Feinde zu bekämpfen oder sich vergeblich dem Unvermeidlichen entgegenzustellen.
Don Quixote, Part I, Chapter VIII
Kunst Gustave Dorés Holzstich-Illustrationen
Geschaffen für Louis Viardots französische Übersetzung, prägten Dorés dramatische Stiche weltweit das visuelle Bild des hageren, hochgewachsenen Ritters und seines beleibten Knappen.
L'Ingénieux Hidalgo Don Quichotte de la Manche (Paris, Hachette, 1863)
Bühne Marius Petipas und Ludwig Minkus’ Ballett Don Quixote
Vom Bolschoi-Ballett in Moskau uraufgeführt und rund um die Episode der Hochzeit des Camacho aus dem Zweiten Teil aufgebaut, wurde es zu einem der grundlegenden Zugpferde des klassischen Ballettrepertoires.
Bolshoi Theatre premiere records, December 1869
Musik Richard Strauss’ Tondichtung Don Quixote, op. 35
Mit dem Untertitel „Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters“ besetzt das Werk ein Solocello als Stimme von Don Quijote sowie eine Solobratsche und eine Tenortuba als Sancho Panza.
Film G. W. Pabsts Don Quichotte mit Fjodor Schaljapin
Gleichzeitig in einer französischen, englischen und deutschen Fassung mit Musik von Jacques Ibert gedreht, prägte der Film mit der überragenden Darbietung des russischen Basses das Bild des Ritters im frühen Tonfilm.
Kunst Pablo Picassos Tuschezeichnung von Don Quijote und Sancho Panza
Skizziert für eine Ausgabe von Les Lettres Françaises anlässlich des 350. Jubiläums des Ersten Teils, wurde die schlichte Schwarz-Weiß-Silhouette zu einem der am häufigsten reproduzierten Bilder des zwanzigsten Jahrhunderts.
Les Lettres Françaises, August 18–24, 1955
Bühne Der Mann von La Mancha am Broadway
Geschrieben von Dale Wasserman mit Musik von Mitch Leigh und Liedtexten von Joe Darion, bettete das Musical die Geschichte in Cervantes’ Gefängniszelle ein und schenkte der Populärkultur die Hymne „Der unmögliche Traum“ („The Impossible Dream“).
Serie Zeichentrickserie Don Quijote de la Mancha
Unter der Regie von Cruz Delgado in 39 Episoden für das spanische Fernsehen produziert, brachte die Serie Millionen von Kindern in Europa und Lateinamerika den Roman Folge für Folge näher.
Spiel Don Quijote von Dinamic Software
Ein zweiteiliges Textadventure aus dem goldenen Zeitalter der spanischen 8-Bit-Computerära, das den Auszug des Ritters für die Heimcomputer ZX Spectrum, Amstrad CPC und MSX adaptierte.
Film Orson Welles’ unvollendeter Don Quijote
Ab 1957 stückweise auf Welles’ eigene Kosten gedreht und erstmals von Jesús Franco für die Expo ’92 in Sevilla zur Veröffentlichung zusammengestellt, wurde der Film zur archetypischen Kinolegende über die eigene donquichottische Besessenheit eines Regisseurs.
In der Sprache „Donquichottisch“
Das vom Namen des Protagonisten abgeleitete Adjektiv (im Englischen „quixotic“) beschreibt jemanden, der töricht idealistisch, übertrieben ritterlich oder von edlen, aber weltfremden Visionen geleitet ist.
Oxford English Dictionary
Fragen und Antworten zu „Don Quijote“ auf Englisch
Kämpft Don Quijote wirklich gegen Windmühlen oder ist das nur ein Sprichwort?
Ja, die Szene steht ganz am Anfang im achten Kapitel des ersten Teils und hat das Sprichwort erst begründet. Don Quijote hält dreißig oder vierzig Windmühlen in der Ebene für Riesen mit langen Armen und reitet trotz Sanchos Warnungen mit eingelegter Lanze auf die erste los. Die Szene ist im Buch nur knapp zwei Seiten lang, wurde aber zum bekanntesten Bild des gesamten Romans.
Ist Don Quijote wirklich verrückt oder tut er nur so?
Er bildet sich seine Ritterwelt tatsächlich ein, ist aber außerhalb dieses Themas ein scharfsinniger und gebildeter Gesprächspartner. Sobald es um Alltag, Politik, Literatur oder Moral geht, redet er so klug, dass seine Zuhörer immer wieder an seinem Wahnsinn zweifeln. Erst wenn das Stichwort fahrendes Rittertum fällt, schaltet sein Verstand sofort wieder in die Illusion um.
Gibt es Dulcinea im Buch überhaupt?
Dulcinea von Toboso existiert nur als Idealbild in Don Quijotes Kopf, hat aber ein reales Vorbild in einem Nachbardorf. Er hat sich eine kräftige Bauerntochter namens Aldonza Lorenzo ausgesucht, die er kaum je aus der Nähe gesehen hat, und sie in seiner Fantasie zur edlen Dame erklärt, weil jeder Ritter eine Herrin braucht. Im gesamten Buch tritt Dulcinea selbst nie als Figur auf, obwohl ständig über sie gesprochen wird.
Warum sind im ersten Teil so viele Geschichten, die gar nichts mit Don Quijote zu tun haben?
Cervantes hat im ersten Teil mehrere eigenständige Novellen eingebaut, weil er fürchtete, dass ein Buch nur über zwei Männer auf der Landstraße zu eintönig würde. Wenn die Reisenden in einem Wirtshaus oder bei Ziegenhirten rasten, erzählen neu dazugekommene Figuren ihre Lebens- und Liebesgeschichten oder lesen ein gefundenes Manuskript vor. Im zweiten Teil macht sich Cervantes über die Kritik der damaligen Leser daran lustig und verzichtet auf solche langen Einschübe.
Muss man Teil 1 und Teil 2 beide lesen oder reicht der erste?
Der erste Teil steht für sich allein und enthält fast alle berühmten Szenen wie die Windmühlen, die Schafherden und die Galeerensträflinge. Viele Leser schätzen aber gerade den zweiten Teil noch mehr, weil dort keine fremden Novellen mehr den Fluss unterbrechen und die Beziehung zwischen Don Quijote und Sancho viel tiefer wird. Wenn du im ersten Teil bei der eingeschobenen Novelle vom „Neugierigen Unbesonnenen“ hängst, kannst du sie überspringen, ohne den Faden der Haupthandlung zu verlieren.
Steht das Lied „The Impossible Dream“ irgendwie im Buch?
Nein, weder das Lied noch eine vergleichbare Rede kommt im Roman vor. Der Song stammt aus dem amerikanischen Broadway-Musical „Man of La Mancha“ von 1965, das Don Quijote viel romantischer und feierlicher zeichnet als Cervantes. Das Buch selbst ist deutlich ironischer und bodenständiger und lässt seinen Helden oft ziemlich unheroisch dastehen.
Warum liest sich ein Buch aus dem Jahr 1605 auf Englisch wie ein Text aus dem 19. Jahrhundert?
Weil du kein englisches Original aus der Zeit Shakespeares liest, sondern eine Übersetzung aus dem Spanischen von 1885. Der Übersetzer hat für Don Quijotes altertümliche Ritterreden auf das viktorianische Bibel- und Bühnenenglisch mit „thou“ und „thee“ zurückgegriffen, um den Kontrast zum normalen Ton abzubilden. Dadurch klingt das Englisch stellenweise älter als das Jahrhundert, in dem die Übersetzung entstanden ist.
Ist das Buch heute noch lustig oder nur noch Pflichtlektüre für die Schule?
Die Dialoge zwischen dem pathetischen Ritter und seinem pragmatischen Knappen funktionieren bis heute wie ein modernes Comedy-Duo. Was heute beim Lesen eher befremdet, ist der derbe körperliche Humor der damaligen Zeit, bei dem beide Figuren regelmäßig verprügelt werden oder Zähne verlieren. Wer über diesen rauen Slapstick hinwegkommt, merkt schnell, wie scharf das Buch menschliche Selbsttäuschung beobachtet.
Wurde Don Quijote damals eigentlich verboten?
Nein, das Buch war vom ersten Jahr an ein riesiger Verkaufserfolg in ganz Europa und wurde nicht verboten. Die spanische Inquisition ließ lediglich einzelne Sätze streichen, etwa eine Bemerkung darüber, dass Werke der Nächstenliebe, die man nachlässig ausführt, keinen Wert haben. Cervantes selbst hatte zwar ein bewegtes Leben mit Gefangenschaft in Algier und Schuldturm, aber sein Roman durfte frei gedruckt werden.
Welche Verfilmung hält sich am engsten an das Buch?
Kein einzelner Spielfilm schafft das wirklich, weil die Vorlage viel zu lang und episodisch ist. Am nächsten kommt dem ersten Teil die spanische Fernsehserie „El Quijote de Miguel de Cervantes“ von 1991, während der zweite Teil im Kino fast immer weggelassen oder stark verkürzt wird. Bekannte Filme wie Terry Gilliams „The Man Who Killed Don Quixote“ nutzen die Figuren nur als Ausgangspunkt für eine ganz eigene Geschichte.
Steckbrief zu „Don Quijote“
16 Angaben zu Ausgabedaten und gemessenen Textmerkmalen. Alles nachprüfbar.
- Originaltitel
- Don Quixote · „Don Quijote“
- Autor
- Miguel de Cervantes · 1547–1616
- Ersterscheinung
- 1605
- Originalsprache
- Englisch
- Genre
- Klassiker · Abenteuer
- Stimmung
- Witzig
- Themen
- Identität · Freundschaft · Gesellschaft · Treue
- Schauplatz
- La Mancha, Aragonien und Barcelona in Spanien · Frühes 17. Jahrhundert
- Verschiedene Wörter
- 15.887
- Wörter pro Satz
- 39 Wörter
- Niveau des Originals
- C2
- Versionen
- C2
- Umfang des Originals
- 180 Kap. · 450.010 Wörter
- Lesezeit
- ~41 Std. 40 Min.
- Übersetzer
- John Ormsby
- Herunterladen
- EPUB
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